Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

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Fred
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Fred » Di 18. Aug 2020, 21:21

Bergbahnfreak hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 20:37
Den elektrischen Lift benützen müssen, das ist zuviel für unseren E-Biker! :mrgreen:
Lift, nur wenn es sein muss, mein Rad fährt auch über die Stufen. :lol:

Ich finde, es ist eine Grundsatzfrage, welche Möglichkeiten ich den Radfahrern biete.

Fred

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Bergbahnfreak
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Bergbahnfreak » Di 18. Aug 2020, 21:58

Vielleicht erlauben die Rahmenbedingungen keinen Radweg neben der Treppe und dem Lift?

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Michael
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Michael » Di 18. Aug 2020, 22:05

Fred hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 20:17
Mit einer Auffahrt für Radfahrer Richtung Hbf. entlang des beginnenden Straßenbahntunnels. :angel:
Auf der Freihaltefläche für Einsatzfahrzeuge ?
Fred hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 20:17
Ich finde, es ist eine Grundsatzfrage, welche Möglichkeiten ich den Radfahrern biete.
Nichts gegen dich, aber ich kann es mittlerweile nicht mehr hören. Mittlerweile wird jedes Verkehrs- und Bauprojekt von Radfetischisten kritisiert, anstatt sich nur ein einziges Mal damit auseinander zu setzen, weshalb manche Radanlagenprojekte schwer oder gar nicht umsetzbar sind. Weder können wir Planer bzw. Ausführende uns über gesetzliche Grundlagen oder Rahmenbedingungen, hier sei etwa eine barrierefreie Rampenausführung erwähnt, hinwegsetzen, noch können wir Radwege mit 3m Breite auf Flächen errichten, bei denen uns nur 1,5m zur Verfügung steht, ohne jemanden in ein langwieriges privatrechtliches Enteignungsverfahren zu zwingen. Mittlerweile gibt es sogar Bestrebungen über die Verkehrsministerin sogenannte "Radhighways" mit 4m Mindestbreite festzulegen. Ich frage mich: wie soll das gehen? Ich arbeite selbst tagtäglich mit einer gewissen Leidenschaft gerne an Radfahrprojekten, aber in den letzten Monaten stelle ich leider fest, egal was man auch tut, plant oder gar umsetzt, man findet immer jemanden, der dich dafür zum Teufel wünscht. Für Fehler, die planerisch oder verkehrsrechtlich in den 1960/70er Jahren begangen wurden, können wir kaum etwas, geprügelt werden wir aber dafür umso mehr. Auch wir werden etwa dafür verantwortlich gemacht, dass es in Unterführungen, die von der ÖBB finanziert, errichtet oder verantwortet wird, Großteils ein Radfahrverbot gibt. Anstatt sich damit auseinander setzen, weshalb es dazu gekommen ist und etwaige Lösungen zu suchen, wird geschimpft... ist natürlich auch ein Zugang. Allerdings nicht meiner... :roll:
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Fred
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Fred » Mi 19. Aug 2020, 22:34

Ich kann dich und die Planer ja verstehen wie sie sich mit den gesetzlichen Vorgaben abmühen. Hut ab. :obscene-drinkingcheers:

Ich als Anwender, will aber die möglichst kürzeste, möglichst sicherste Verbindung zu meinem Ziel. Das ist in Linz meist das Auto, und man sieht, es wird so bleiben.

In Untergaumberg hat man eine gute Gelegenheit vermasselt, ebenso bei den neue gebauten Unterführungen im Zuge der A7 Brücken.
Es bleibt, wenn man Glück hat, schlecht wie vorher. In Untergaumberg viel schlechter als vorher.
Mit so einer Strategie zementiert man den Radfahreranteil auf die 5% ein und das wird im Endeffekt der Stadt ziemlich teuer kommen.

Fred

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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Michael » Do 20. Aug 2020, 13:16

Fred hat geschrieben:
Mi 19. Aug 2020, 22:34
In Untergaumberg hat man eine gute Gelegenheit vermasselt, ebenso bei den neue gebauten Unterführungen im Zuge der A7 Brücken. Es bleibt, wenn man Glück hat, schlecht wie vorher. In Untergaumberg viel schlechter als vorher.
Ich habe einen meiner ÖBB-Kontakte bemüht und folgende Information erhalten: die Ausschreibung hat die Neuerrichtung der Unterführung Untergaumberg beinhaltet, Ausführung barrierefrei nach BGstG. In den Planungsgesprächen, in denen mein Kontakt involviert war, war zu keinem Zeitpunkt eine Umplanung der Unterführung als Radweg im Gespräch. Etwaige neue oder zusätzlichen Radrampen wurden weder ausgeschrieben (nachdem der Querschnitt der Unterführung keinen Radverkehr gem. den Benützungsbedingungen der ÖBB zulässt) noch wurden diese von den Projektpartnern Stadt Linz bzw. Stadtgemeinde Leonding gefordert. Seitens der ÖBB werden die vom Infrastrukturministerium geforderten Kriterien projektgemäß erfüllt, zusätzliche bauliche Leistungen müssten über Nebenaufträge abgewickelt werden. Ergo: weder Linz noch Leonding hatten Interesse daran sich an einer wesentlichen teureren Unterführung zu beteiligen noch Radrampen (mit) zu finanzieren. Kostenschätzung über den Daumen: über 1 Mio. Euro. Bei der errichteten Untergaumberg-Unterführung mussten mehr als 900 Tonnen Stahlbeton verbaut werden um den Anforderungen für die HL-Gleise gerecht zu werden.

Dass derzeit die Gesprächsbasis zwischen ÖBB und Leonding nicht gerade die Beste ist - Stichwort Einhausung - und daher viele "Nebengeräusche" nicht gehört werden, sei als Nebensatz noch erwähnt.
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Fred » Do 20. Aug 2020, 19:48

Wow, danke für die doch sehr tiefblickende Information. :bow-yellow: :bow-yellow:

Es läuft genau so wie ich es mir gedacht habe.


Fred

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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Bahnal » Fr 21. Aug 2020, 09:18

Michael hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 22:05
Mittlerweile wird jedes Verkehrs- und Bauprojekt von Radfetischisten kritisiert, anstatt sich nur ein einziges Mal damit auseinander zu setzen, weshalb manche Radanlagenprojekte schwer oder gar nicht umsetzbar sind. Weder können wir Planer bzw. Ausführende uns über gesetzliche Grundlagen oder Rahmenbedingungen, hier sei etwa eine barrierefreie Rampenausführung erwähnt, hinwegsetzen, noch können wir Radwege mit 3m Breite auf Flächen errichten, bei denen uns nur 1,5m zur Verfügung steht, ohne jemanden in ein langwieriges privatrechtliches Enteignungsverfahren zu zwingen.
Die wenigsten Radfahrerinnen kennen die gesetzlichen Grundlagen bzw. die Normen die hinter derartigen Planungen stehen. Woher auch? Selbst wenn man sich selbst informieren möchte - auf die RVS z.B. hat man ohne Bezahlung keinen Zugriff.
Und natürlich beschwert sich die jeweilige Nutzergruppe, wenn eine Umsetzung so erfolgt, dass sie sich benachteiligt fühlen - Autofahrerinnen wenn die Fahrbahn schmäler wird, Anrainerinnen wenn die Parkplätze wegfallen usw.
Ich finde auch, dass sie sich zu recht aufregen, vor allem dann, wenn solche Projekte, wie es leider meistens der Fall ist, ohne die entsprechenden Informationen über die Planung, die Rahmenbedingungen usw. umgesetzt werden.
Es braucht nicht bei jedem Vorhaben einen zweijärhigen Bürgerbeteiligungsprozess o.ä., aber es könnten ja durchaus relevante Informationen zu Planung und Umsetzung publiziert werden.

Michael hat geschrieben:
Di 18. Aug 2020, 22:05
Ich arbeite selbst tagtäglich mit einer gewissen Leidenschaft gerne an Radfahrprojekten, aber in den letzten Monaten stelle ich leider fest, egal was man auch tut, plant oder gar umsetzt, man findet immer jemanden, der dich dafür zum Teufel wünscht.
Das ist aber das Los von nahezu allen (Verkehrs)Planerinnen, sich darüber zu beschweren ist müßig.

Michael hat geschrieben:
Do 20. Aug 2020, 13:16
In den Planungsgesprächen, in denen mein Kontakt involviert war, war zu keinem Zeitpunkt eine Umplanung der Unterführung als Radweg im Gespräch. [...] Ergo: weder Linz noch Leonding hatten Interesse daran sich an einer wesentlichen teureren Unterführung zu beteiligen noch Radrampen (mit) zu finanzieren. Kostenschätzung über den Daumen: über 1 Mio. Euro. Bei der errichteten Untergaumberg-Unterführung mussten mehr als 900 Tonnen Stahlbeton verbaut werden um den Anforderungen für die HL-Gleise gerecht zu werden.
Ich finde, dass auch genau solche Informationen publik gemacht werden sollten. Denn "geht leider nicht" war ja diesmal nicht der Grund, sondern "wir wollen nicht". In vielen Fällen scheitert es einfach am Geld bzw. eigentlich am Willen die erforderlichen Mittel einzusetzen um eine wirklich gute Lösung zu haben. Das ist aus meiner Sicht allerdings eine sehr kurzsichtige Herangehensweise seitens der Entscheidungsträgerinnen.

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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Michael » Fr 21. Aug 2020, 11:26

Bahnal hat geschrieben:
Fr 21. Aug 2020, 09:18
Die wenigsten Radfahrerinnen kennen die gesetzlichen Grundlagen bzw. die Normen die hinter derartigen Planungen stehen. Woher auch? Selbst wenn man sich selbst informieren möchte - auf die RVS z.B. hat man ohne Bezahlung keinen Zugriff.
Ich rede auch nicht vom herkömmlichen Radfahrer, sondern eher über die Gruppe "selbsternannter" Radwegplaner. Von diesen könnte man sehr wohl verlangen, dass sie sich mit der Materie dann doch etwas näher auseinandersetzen. ;)
Bahnal hat geschrieben:
Fr 21. Aug 2020, 09:18
Das ist aber das Los von nahezu allen (Verkehrs)Planerinnen, sich darüber zu beschweren ist müßig.
Gesagt muss es trotzdem werden ;)
Bahnal hat geschrieben:
Fr 21. Aug 2020, 09:18
Ich finde, dass auch genau solche Informationen publik gemacht werden sollten. Denn "geht leider nicht" war ja diesmal nicht der Grund, sondern "wir wollen nicht". In vielen Fällen scheitert es einfach am Geld bzw. eigentlich am Willen die erforderlichen Mittel einzusetzen um eine wirklich gute Lösung zu haben. Das ist aus meiner Sicht allerdings eine sehr kurzsichtige Herangehensweise seitens der Entscheidungsträgerinnen.
Davon abgesehen, dass auch bei der ÖBB die aufgeblasene Verfahrensabwicklung dringend reformiert gehört. Nur ein Beispiel, ist zwar schon eine Zeit her, sollte damals ein Radverkehrsprojekt in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof abwickeln. Bau- und verkehrsrechtlich kein wirklich großer Aufwand, nach etwa drei Wochen hatte ich sämtliche Pläne, Statiken, Kostenschätzungen etc beisammen. Da sich dieses Projekt unmittelbar an der Grenze zum Sicherheitsbereich der Bahnstrecke und zum Teil auch auf Bahngrund befand, musste ich natürlich dieses Projekt der ÖBB zur Begutachtung vorlegen. Jetzt lasse ich euch einmal schätzen, wie lange es dauerte, bis ich eine Antwort von der ÖBB bekam und wie lange die konkrete Projektumsetzung dauerte? ;)
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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Bergbahnfreak » Fr 21. Aug 2020, 12:25

Ich sag mal 6 Monate.

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Re: Ausbau Linz Hbf-Westseite inkl. LILO

Beitrag von Michael » Mo 24. Aug 2020, 09:04

Bergbahnfreak hat geschrieben:
Fr 21. Aug 2020, 12:25
Ich sag mal 6 Monate.
Bis das alle betroffenen Teilgesellschaften und Fachabteilungen (insgesamt 24) ihre Stellungnahme abgaben, verging 1 Jahr und 11 Monate.
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